KZ-Überlebende Erna de Vries berichtet über den Holocaust

KZ-Überlebende Erna de Vries Erna de Vries (Foto: Wolfgang Brinkmann)

KZ-Überlebende Erna de Vries Erna de Vries (Foto: Wolfgang Brinkmann)

Ein authentischer Vortrag in der Aula in Emlichheim

Am Mittwoch, dem 09. August 2017 um 19.00 Uhr ist die KZ-Überlebende Erna de Vries aus dem emsländischen Lathen wieder für einen Vortrag in der Schulaula am Lägen Diek zu Gast in Emlichheim. Bereits Anfang Mai hielt de Vries vor ca. 300 Schülerinnen und Schülern in Emlichheim einen beeindruckenden Vortrag über ihr Leben als jüdisches Mädchen in der Zeit des Nationalsozialismus. Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters zeigt sich erfreut, dass sie die fast 94 Jährige erneut für einen Vortrag in Emlichheim gewinnen konnte. Dieses Mal ist die Veranstaltung öffentlich und alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

Viele Jahre hat sie über Ihre Erlebnisse geschwiegen. Seit einigen Jahren hält sie Vorträge, damit die Ereignisse von damals nicht in Vergessenheit geraten und sich ähnliche politische Tendenzen in der Zukunft nie mehr wiederholen. Gerade in Zeiten zunehmenden Rechtspopulismus ist ihre Mahnung aktueller denn je.

Als Jüdin hat die 1923 in Kaiserslautern geborene Erna de Vries die Machenschaften der Nazis am eigenen Leib erlebt. Nachdem ihr Vater noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1930 starb, waren sie und ihre Familie den folgenden Repressalien schutzlos ausgeliefert. Ihr Traum, Ärztin zu werden platzte, als die Nazis ihr verwehrten, das Abitur abzulegen. Doch das war nur der Auftakt größerer Schrecken. 1938 verwüsteten Gestapo-Männer die Wohnung der Familie de Vries. Fünf Jahre später wurden sie und ihre Mutter ins Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau deportiert, wo ihr die Häftlingsnummer 50462 auf den Arm tätowiert wurde. Später folgte die Verlegung ins KZ Ravensbrück. Gegen Kriegsende ist sie mit wenigen Überlebenden von den Aliierten aus dem KZ befreit worden.

Der Vortrag von Erna de Vries in der Schulaula beginnt um 19.00 Uhr, Einlaß ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ende wird um eine Spende gebeten, mit der de Vries Projekte in Israel unterstützt.




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