NLGA-Daten: Bildungsstand der Eltern prägt Gesundheit von Schulanfängern

Snellen-Sehtesttafel als Symbolbild für die Schuleingangsuntersuchung
Symbolbild: CDC / Unsplash

Wie fit Kinder in Niedersachsen zur Einschulung sind, hängt einer neuen Auswertung zufolge stark davon ab, welchen Bildungsabschluss ihre Eltern haben.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hat die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen des Einschulungsjahrgangs 2025 vorgelegt. Der Anteil übergewichtiger Kinder stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Punkte auf 10,7 Prozent. Bei Hörproblemen (8,9 statt 9,6 Prozent) und Feinmotorik-Defiziten (9,7 statt 9,9 Prozent) zeigt sich dagegen eine leichte Entspannung. Am stärksten betroffen bleiben Kinder aus Familien mit niedrigem und mittlerem Bildungsgrad.

Sprache als deutlichster Unterschied

Bei Kindern aus bildungsfernen Familien fallen 28 Prozent durch Sprachauffälligkeiten auf, bei Kindern aus bildungsnahen Haushalten sind es 16 Prozent. Wo ein Migrationshintergrund eine Rolle spielt, hängt ebenfalls vom Bildungsniveau der Eltern ab: Bei bildungsnahen Familien fällt er stärker ins Gewicht, bei Familien mit mittlerem oder niedrigem Bildungsgrad ist vor allem der Bildungsstand selbst entscheidend.

Frühe Vorsorge im Fokus

Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi verweist auf die Bedeutung der U-Untersuchungen für einen guten Start ins Schulsystem: „Je früher wir handeln, desto besser.“ NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil betont, die Schuleingangsuntersuchungen brächten gerade Kinder mit erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem mit ärztlichem Personal in Kontakt, sodass Defizite früh erkannt und passende Förderangebote mit den Eltern abgestimmt werden könnten.

Die Werte lassen sich als Dashboard unter www.apps.nlga.niedersachsen.de/sedin/ einsehen, einbezogen werden nur Landkreise und Kommunen mit mindestens 90 Prozent Untersuchungsquote.

Quelle: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (NLGA)

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