Eine Stimme per Tablet: Kita in Dalum bekommt Kommunikationshilfen für 3.000 Euro

Sieben Personen halten Tablets mit Kommunikations-Apps in einer Kita-Garderobe
Bei der Übergabe in der Kita Bunte Vielfalt in Dalum (v.l.): Jutta Bielke (Vitus), Ludger Dopp (Hänsch-Stiftungen), Lisa-Maria Connemann (Hänsch), Heike Rudolf (Vitus), Katharina Knue (Leitung Kita Bunte Vielfalt), Michael Myohl (Kuratorium der Hänsch Stiftung) und Katharina Bruns (Vitus). Bild: Vitus

Geeste. Ein Kind zeigt auf ein Symbol, das Tablet spricht den Satz aus – und zum ersten Mal versteht die Umgebung, was es möchte. Für Kinder, die nicht oder kaum sprechen können, macht dieser Moment einen Unterschied. Möglich wird er in den Vitus-Kitas durch eine Spende der Heidi und Hans-Jürgen Hänsch Stiftung über 3.000 Euro, mit der Tablets, Software und weitere Kommunikationshilfen angeschafft wurden.

In der Kita Bunte Vielfalt in Dalum konnten sich Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung ansehen, wie die Geräte im Alltag eingesetzt werden.

Wenn die Lautsprache fehlt

Katharina Bruns aus der Fachberatung Autismus-Spektrum-Störung erläuterte, worum es geht: Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung oder dem Verdacht darauf haben häufig keine oder nur eine sehr eingeschränkte Lautsprache. Sich verständlich zu machen, eigene Bedürfnisse, Gefühle oder Wünsche auszudrücken, gelingt vielen von ihnen kaum.

Die Folgen kennt jede Fachkraft: Frustration, Rückzug oder herausforderndes Verhalten – nicht aus Trotz, sondern weil ein Kind nicht verstanden wird und sich selbst nicht verständlich machen kann.

Genau hier setzen die Tablets mit ihren Kommunikations-Apps an. Über Symbole, Bilder oder eine synthetische Sprachausgabe bekommen die Kinder eine Stimme, auch wenn die Lautsprache noch nicht zur Verfügung steht. Damit lassen sich einfache Bedürfnisse mitteilen, Auswahlmöglichkeiten treffen und erste Dialoge führen – nach Angaben von Vitus ein wichtiger Schritt für Teilhabe und Selbstwirksamkeit.

Über Symbolfelder wählen die Kinder aus, das Tablet spricht. Bild: Vitus

Feste Gruppen, gemeinsamer Alltag

Kita-Leiterin Katharina Knue führte die Gäste durch das Haus und stellte das Konzept der Vitus-Kitas vor. Unter dem Motto „Gemeinsam leben lernen“ spielen und lernen Kinder mit und ohne Förderbedarf in festen Gruppen zusammen. Je nach Standort vereinen die Einrichtungen unterschiedliche Profile unter einem Dach – von Krippe und Kindergarten bis zu sprach- und heilpädagogischen sowie integrativen Gruppen. Fachkräfte verschiedener Qualifikationen begleiten Kinder und Familien.

„Hervorragend investiertes Geld“

Michael Myohl vom Kuratorium der Stiftung zeigte sich nach dem Besuch überzeugt: „Für uns als Stiftung ist das hervorragend investiertes Geld. Was Sie hier in der Arbeit mit den Kindern leisten, ist großartig. Mit den angeschafften Mitteln werden den Kindern hier neue Möglichkeiten auch für die langfristige Entwicklung geschaffen.“

Das St.-Vitus-Werk mit Sitz in Meppen beschäftigt nach eigenen Angaben über 1.000 Mitarbeitende an rund 50 Standorten im mittleren Emsland und begleitet jährlich mehr als 2.500 Menschen.

Die mobile Version verlassen