
Entlang der Gräben rund um Dersum entstehen in den kommenden Jahren rund 42 Hektar artenreiches Dauergrünland. Drei oder sechs Meter breit, beidseitig der Gräben – und danach zehn Jahre lang beobachtet, ob es dem gewünschten Zweck dient.
Fast alle Höfe im Ort sind dabei
Von den 35 landwirtschaftlichen Betrieben in Dersum machen 29 mit. Diese Beteiligungsquote ist der eigentliche Unterschied zu üblichen Agrarumweltprogrammen, an denen sich meist nur einzelne Betriebe beteiligen. Getragen wird das Vorhaben vom Landkreis Emsland, vorgestellt wurde es vor Ort gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken.
Warum es diesmal kaum Vorgaben gibt
Der Landkreis hat auf einen festen Maßnahmenkatalog verzichtet. Dezernent Dr. Michael Kiehl sagt, viele Vorgaben und Einschränkungen hätten Landwirte in der Vergangenheit von der Teilnahme abgehalten und seien deshalb bewusst nicht übernommen worden. Welche Form der extensiven Bewirtschaftung sich auf welcher Fläche bewährt, soll sich im Lauf des Projekts zeigen.
Auch die Gewässerunterhaltung selbst steht auf dem Prüfstand. Gemeinsam mit dem Unterhaltungsverband werden verschiedene Vorgehensweisen getestet, um zu sehen, welche Insekten am meisten schont und die Gräben trotzdem funktionsfähig hält.
Gezählt wird ab sofort
In den ersten fünf Jahren erfassen Fachleute die Bestände von Tagfaltern, Libellen, Heuschrecken, Feldhasen und Feldvögeln, darunter das Rebhuhn. Erst diese Zahlen sollen zeigen, welche Maßnahme tatsächlich wirkt. Die Erkenntnisse sollen später auf andere Orte im Emsland übertragen werden.
Ein handfestes Interesse der Betriebe
Für die Landwirte geht es nicht nur um Artenvielfalt. Entstehen zusätzliche Landschaftsstrukturen, könnte die Region in der Agrarförderung ihren Status als Defizitraum verlieren. Daran hängen Düngeeinschränkungen, die sich dann perspektivisch lockern ließen.
Das Modellprojekt läuft von 2026 bis 2036.
Quelle: Landkreis Emsland