
Hinrikus Ude, Kopf des Freundeskreises der Ukrainefahrer Lingen, ist für seine humanitäre Arbeit mit einer Ehrenmedaille der Oblast Tscherniwzi ausgezeichnet worden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs organisiert der Verein Hilfstransporte für die Menschen in der Ukraine.
Auszeichnung für bemerkenswerten Einsatz
Lingen. Der Freundeskreis der Ukrainefahrer Lingen wurde bereits 1992 gegründet. Seit Kriegsbeginn hat die Organisation ihre Aktivitäten massiv ausgebaut. Unter der Leitung von Hinrikus Ude wurden allein in den vergangenen beiden Jahren über 780 Tonnen Hilfsgüter nach Tscherniwzi transportiert.
Für diesen Einsatz erhielt Ude nun die Ehrenmedaille der Oblast Tscherniwzi. Weil kein Vertreter der Oblast anwesend sein konnte, übergaben die Landräte Marc-André Burgdorf (Emsland) und Uwe Fietzek (Grafschaft Bentheim) die Auszeichnung stellvertretend.
„Hilfe muss unbürokratisch und zielgerichtet sein“, betonten Burgdorf und Fietzek. Ude und sein Team hätten sich hervorragend vernetzt und wüssten deshalb genau, was vor Ort gebraucht werde. Ihr Engagement sei eine wichtige humanitäre Verpflichtung.
62 Transporte seit Kriegsbeginn
Die Liste der Hilfsgüter ist lang: Schulmöbel, Lebensmittel, medizinisches Material, Fahrzeuge und Fahrräder werden regelmäßig verteilt. Von 1992 bis 2021 führte der Freundeskreis insgesamt 36 Transporte durch. Seit Kriegsbeginn waren es 62 Transporte mit einem Warenwert von 3,53 Millionen Euro. Wo früher ein bis zwei Fahrten pro Jahr organisiert wurden, sind es heute bis zu 16.
„Trotz der enormen Herausforderungen schaffen wir es, Hilfe zu leisten. Die nächste große Lieferung ist für September geplant, dafür haben wir bereits einen Zuschuss von 3.500 Euro beantragt“, erklärt Ude. Besonders dringend benötigt werden Schulmöbel für zwei Schulen in der Oblast Tscherniwzi.
Der Transport wird schwieriger
Die Fahrten in die Ukraine gestalten sich zunehmend schwierig. Wegen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sind viele deutsche Speditionen zurückhaltend. Ude hat deshalb einen ukrainischen Spediteur gewonnen, der europäische Fracht nach Deutschland bringt und auf dem Rückweg die Hilfsgüter in die Ukraine mitnimmt.
Die Region Tscherniwzi grenzt an Rumänien und Moldawien und pflegt enge Beziehungen zum polnischen Kreis Lidzbark-Warminski, mit dem auch der Landkreis Emsland partnerschaftlich verbunden ist. Trotz aller Hürden bleibt das Ziel dasselbe: den Menschen in der Ukraine zu helfen.
Quelle und Bild: Landkreis Emsland