
Lingen. Mehr Wohngeld durch eine höhere Mietenstufe, ein Halbstundentakt nach Rheine und Meppen und günstigere städtische Bauplätze: Das sind drei der Ziele, die sich CDU und FDP für die neue Ratsperiode in Lingen vorgenommen haben. Ab dem 1. November 2026 arbeiten beide Fraktionen als Ratsgruppe zusammen.
Gruppe statt Fusion
Die Vereinbarung trägt den Titel „Aufbruch Lingen“ und gilt bis 2031. Verhandelt wurde sie von den Fraktionschefs Jürgen Herbrüggen (CDU) und Dirk Meyer (FDP) sowie Christian Fühner (CDU) und Peter Altmeppen (FDP). Beide Fraktionen bleiben eigenständig, stimmen sich aber in regelmäßigen Gruppensitzungen ab. Für Vorhaben, die dem Wohl der Stadt dienen, wollen sie auch mit den anderen Fraktionen zusammenarbeiten.
Fühner betont, dass Kernstadt und Ortsteile gleichermaßen profitieren sollen.
Wohnen: Hilfe für mittlere Einkommen
Lingen liegt bislang in der Wohngeld-Mietenstufe I. Die Stadt soll sich bei den zuständigen Stellen für Stufe II einsetzen, gestützt auf den Mietspiegel. Für Haushalte, die zu viel für eine Sozialwohnung verdienen, aber unter hohen Neubaumieten leiden, soll gemeinsam mit LWB, Wohnungswirtschaft und Investoren ein mittleres Mietsegment entstehen, etwa über Grundstückskonditionen oder Konzeptvergaben. Die Bauplatzpreise der Stadt werden mit denen der Nachbarkommunen verglichen, eingerechnete Verwaltungskosten und interne Umlagen kommen auf den Prüfstand. Auch örtliche Gestaltungsvorgaben, die Baukosten treiben, sollen überprüft werden.
Mobilität: Takt, Bus und Radwege
Auf der Emslandstrecke soll Lingen für einen Halbstundentakt Richtung Rheine und Meppen werben, dazu für eine direkte Bahnverbindung nach Osnabrück. Busverkehr und LiLi werden grundlegend überprüft, Rufbus und Sammeltaxi sind im Gespräch. Rad- und Fußwege sollen in einem mehrjährigen Programm saniert, bekannte Gefahrenstellen beseitigt werden. Parkplätze in der Innenstadt bleiben erhalten, Gebühren werden regelmäßig überprüft.
Wirtschaft und Verwaltung
Beim IT-Campus soll die Entwicklung und Vermarktung beschleunigt werden. Die Innenstadt soll mehr Bewohner und Besucher anziehen, Leerstände werden aktiv angegangen. In der Stadtverwaltung wird der Online-Antrag zum Normalfall, wo er möglich ist. Wer das nicht kann oder will, bekommt weiterhin persönliche Hilfe im Bürgerbüro. Künstliche Intelligenz soll Abläufe beschleunigen.
Was Familien, Vereine und Ortsteile erwartet
Ortsräte sollen früher eingebunden, Bürger bei größeren Projekten beteiligt werden, solange noch verschiedene Varianten möglich sind. Bei der Kinderbetreuung sind regelmäßige Bedarfsberichte vorgesehen, Schulen erhalten bessere digitale Ausstattung. Vereine sollen Anträge einfacher und digital stellen können und bei Fragen, die mehrere Ämter betreffen, eine federführende Stelle als Ansprechpartner bekommen. Weitere Punkte sind die Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr, die Gewinnung von Ärzten und die Umsetzung des Hochwasserschutzes.
Quelle: CDU und FDP im Rat der Stadt Lingen (Ems)