Alice Adams – Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams – Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams – Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams wurde in Australien geboren. Sie lebt aber den Großteil ihres Lebens in England. Bevor sie sich dem Schreiben widmete, arbeitete sie zunächst als Kellnerin. Später erwarb sie den Bachelor of Arts in Philosophie. Adams besitzt außerdem weit umfassende Qualifikationen in Informatik, Mathematik und Wirtschaft. Mit ihrem Mann und ihren Söhnen lebt die naturverbundene Autorin heute im Norden von London. Sooft es ihre knapp bemessene Zeit zulässt, entflieht sie dem Alltag und zieht sich in die Wildnis zurück. Alice Adams Debütroman »Als wir unbesiegbar waren « (Original Titel Invincible Summer, veröffentlicht 2016 in London) erschien 2017 im DuMont Buchverlag.

Alice Adams schreibt über vier Junge Menschen die voller Träume und Erwartungen ins Leben starten

Als wir unbesiegbar waren erzählt von vier jungen Leuten die Ende der neunziger Jahre kurz vor dem Ende ihres Studiums stehen. Eva, Sylvia, ihr Bruder Lucien und Benedict sind an der Universität unzertrennlich. Die vier träumen von einer grandiosen Zukunft und sind sich absolut sicher, dass sie ausschließlich auf der Sonnenseite des Lebens wandeln werden.

Eva, die etwas plumpe Dr. Martens Trägerin, strebt eine Kariere im Finanzbusiness an. Die Geschwister Sylvia und Lucien wollen einfach nur frei sein, reisen und Spaß haben. Der aus vermögenden Haus stammende Benedict ist ganz der Wissenschaft verfallen und will für seinen Doktortitel noch weiter studieren.

Im Laufe der Zeit driften die verschiedenen Lebenspläne und die Interessen immer weiter auseinander. Sie sehen sich immer seltener. Jeder ist bemüht seine Träume zu verwirklichen. Das das sehr schwer wird, müssen die noch Lebens unerfahrenen Freunde zum Teil schmerzlich erkennen.

Eva,die insgeheim immer in Lucien verliebt war, verbringt einen Urlaub bei Benedicts Familie.Die beiden Freunde kommen sich näher.Eva versucht aber ihre Gefühle zu verdrängen und kümmert sich zielstrebig um ihre Kariere. Sie schafft den Sprung in die Finanzwelt. Sehr zum Leidwesen ihres sozialistischen Vaters. Eva erlebt große Erfolge und lässt bereitwillig zu das ihr Beruf sie ganz und gar einnimmt. Ihr Traum zerbricht, als sie ihren Job verliert. Sie muss sich zwischen Trauer darüber das ihr Lebensplan in die Brüche gegangen ist und unerfüllte Sehnsucht nach Benedict neu orientieren.

Benedict, der insgeheim auf Evas Liebe hofft, stürzt sich Hals über Kopf in eine Ehe. Er kennt die Frau zwar kaum, erwartet aber schon ein Kind mit ihr. Die junge Familie zieht nach Genf und Benedict arbeitet am CERN. Die Beiden bekommen noch ein zweites Kind, aber auch das kann die Ehe nicht retten.

Sylvia muss erkennen, dass das Erwachsensein nicht nur aus Spaß und Träumen besteht. Sie hält sich mit Gelegenheitsjobs mehr schlecht als Recht über Wasser. Viel Alkohol und viele Affairen lassen sie durch ihr Leben stolpern. Als sie nach einem Aufenthalt bei ihren Großeltern in Languedoc wieder auf die Beine kommt, scheint es endlich Bergauf zugehen. Aber das Schicksal scheint andere Pläne für Sylvia zu haben. Statt zu Reisen und ihre Freiheit zu genießen, steht Sylvia plötzlich als allein erziehende Mutter da.

Auch für Lucien verläuft die Zukunft alles andere als erfolgreich. Er versucht sich als Eventmanager und DJ. Als er immer mehr auf den Verkauf von Drogen setzt, erhält er Quittung für seinen rücksichtslosen Lebensstil.

In all den Jahren verlieren sich die Vier niemals ganz aus den Augen. Immer wieder besinnen sie sich auf ihrer Freundschaft. Sie stützen sich und finden gemeinsame Auswege aus den jeweiligen Krisen.

Alice Adams erzählt, dass nur wahre Freundschaft hilft wenn Träume schmerzhaft platzen

Meine Meinung zu Als wir unbesiegbar waren ist sehr positiv. Obwohl das Cover mich sehr angesprochen hat, war mein erster Gedanke, dass man einen Roman über junge Erwachsene auf ihrem Weg ins Leben ja schon mehr als einmal gelesen hat. Die von Alice Adams erzählte Geschichte ist aber so viel mehr.

Die Autorin geht sehr präzise auf die Figuren ein. Eva steht ein wenig mehr im Fokus. Hier lässt Alice Adams, meiner Meinung nach, ihre Qualifikation in Wirtschaft ziemlich stark einfließen. Auch wenn ich davon wirklich wenig Ahnung habe, lesen sich die Seiten über Evas Kariere sehr flüssig. Der Roman ist in einem sehr angenehmen Schreibstil geschrieben. Gut gefallen haben mir die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln. Man begleitet also die Freunde über mehrere Jahre mit all ihren Höhen und Tiefen. Dadurch konnte ich mich sehr gut in die Personen hinein versetzen. Vor allem die Wendung in Sylvies Leben habe ich als sehr berührend empfunden. Ganz ohne die typischen Herz – Schmerz Merkmale eines Sommerromans hat Alice Adams hier die Liebe zwischen Eva, Sylvie, Benedict und Luciens herausgearbeitet. So sehr die Vier auch auseinander driften, Letztendlich ist ihre Freundschaft stärker als alles andere.

Ich finde, Als wir unbesiegbar waren ist ein berührendes Buch über Liebe und Zusammenhalt trotz großer Krisen. Ich denke, bei dem absolut gelungenen Erstlingswerk darf man auf mehr von Alice Adams hoffen.




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