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10 Dinge, die die meisten Menschen nicht über das Emsland wissen (Teil 1)

Erstaunliches über das Emsland

Erstaunliches über das Emsland

1. Die kleine überraschende Größe des Emslandes

Einige unter Ihnen werden sich sicherlich fragen, warum das Emsland nicht direkt den Ehrentitel Bundesland verliehen bekommen hat. Es scheint zwar etwas niedlich klein und überschaubar, was nicht zuletzt auf das flache (platte) Land an sich zurückzuführen ist, das Emsland hat aber im flächenmäßigen Vergleich zum Saarland rund 300 km² mehr zu bieten.

2. Der junge Landkreis inmitten des alten emsländischen Gebiets

In diesem Zusammenhang kann sogleich ein weiterer Umstand des Emslandes beleuchtet werden. Der Landkreis Emsland ist noch sehr jung und wurde erst am 1. August 1977 aus den Kreisen Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen gebildet und entspricht nicht dem gesamten emsländischen Gebiet. Gelegen im Westen Niedersachsen bildet der Landkreis Emsland zwar einen Großteil der kulturell-historische Region und Flusslandschaft Emsland ab, jedoch fehlen der Vollständigkeit halber der niedersächsische Landkreis Grafschaft Bentheim sowie der nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt. Verwechslungen und Ungenauigkeiten sind die Folge dieser technischen Lösung.

3. Die steinalte Geschichte des Emslandes

Klar dagegen ist: Der junge Landkreis Emsland fußt jedenfalls auf steinalter Kultur. So findet man nirgendwo sonst in Deutschland solch eine dichte Streuung von Großsteingräber aus der Zeit um 3.500 bis 2.800 v. Chr. wie im Emsland. Im Mai 2009 wurde die Tourismusroute “Straße der Megalithkultur” mit dem Ziel die spannendsten Großsteingräber im Weser-Ems-gebiet zu verbinden, eröffnet. Die Strecke ist rund 330 Kilometer lang und umfasst 33 Stationen beeindruckender Grabanlagen aus der Jungsteinzeit. Die Straße erstreckt sich übrigens bis Dänemark und noch sind nicht alle zugehörenden Abschnitte offiziell zusammengefasst. Megalith leitet sich aus dem Griechischen ab (mega = groß und lithos = Stein). Im norddeutschen Raum wurde diese Art Gräber und andere kulturell bedeutsame Stätten zu bauen von der sogenannten Trichterbecherkultur, eine jungsteinzeitliche Kultur, welche ihren Namen den von ihr gefertigten Bechern in Trichterform zu verdanken hat, vertreten. Die Großgräber verstehen sich übrigens als Kollektivgräber und konnten bis zu 150 Toten als Ruhestätte dienen. Erstaunlich ist besonders das Alter dieser Stätten, welches jenes der Pyramiden in Ägypten übersteigt. Die Größe der Gräber lässt weiterhin  erahnen welche logistischen Meisterleitungen die jungsteinzeitlichen Kulturen vollbrachten. Beeindruckende Zeitgeschichte mitten im Emsland!

4. Die sportlichen Verteidiger der emsländischen Ehre

Neben der bedeutsamen Megalith-Kultur ist im Emsland natürlich auch die Sportkultur gut vertreten. Die wenigsten dürften jedoch wissen, dass der SV Meppen 1912 e.V. in der 3. Liga tapfer das Emsland vertritt und das Handball-Team der HSG Nordhorn-Lingen sich in der 2. Liga schlägt. Eine Besonderheit hierbei stellt der Austragungsort der HSG-Heimspiele dar. Die größte Eventlocation in der emsländischen Region, die EmslandArena, dient als Schauplatz.

5. Im Emsland wird nicht der Hund begraben, hier wird der Hahn geholt

Die Identität der Emsländer fußt nicht nur auf hard facts wie den Großgrabanlagen, auch die soft skills, hier im Besonderen der umwerfende Sprachgebrauch zu betrachten, spielen eine entscheidende Rolle. So beschreibt zum Beispiel der Ausspruch den “Hahn holen” einen emsländischen Hochzeitsbrauch. Am Tag nach der Hochzeit wird ein Fest zu Ehren der Nachbarn, die bei der Organisation der Hochzeit mitgeholfen haben, gegeben. Die Bezeichnung geht angeblich auf die Tradition zurück, bei der das Hochzeitspaar an ihrem ersten gemeinsamen Tag begleitet von einem Hahn, welcher auch noch betrunken gemacht wurde, spazieren geht. Der Tag endete für den Hahn tödlich und für das Brautpaar mit seinen Nachbarn hühnersupplich.

6. Emsländisch als eigene Sprache

Sprachlich abgerundet und verknappt führt der emsländische Sprech zu so mancher Verwirrung in nicht-emsländischen Ohren. Und genau hier setzt das von dem aus Mannheim stammenden Lingener Heinrich Hörnig verfasste „Wörterbuch fürs Emsländische“ an und hilft auf satirische Art dem gegenseitigen Verständnis.

7. Das Emsland versinkt (nicht) im Moor

Von der Sprache wieder zurück zur schweigenden Natur, um genauer zu sein einer totenstillen! Das Nordlicht des Emslandes Papenburg ist bekannt für seine einzigartige längste und älteste Fehnkolonie Deutschlands. Der Begriff Fehn ist übrigens auch dem Emsländischen zuzuordnen, der Rest der Republik spricht von Moor. Papenburg kommt noch eine andere Einzigkeit zu Gute: Hier befindet sich der südlichste Seehafen Deutschlands.

8. Im nördlichen Emsland werden Ozeanriesen geboren

Und damit noch nicht genug, in Papenburg ist auch das größte überdachte Trockendock der Welt beheimatet! Die Meyer Werft baut hier die faszinierenden Ozeanriesen, vor allem Kreuzfahrtschiffe, welche dann über die Ems ins Meer geleitet werden.

9. Die größte Grünanlagenfläche Deutschlands (in Miniaturparzellen)

Zu guter letzt muss zu Papenburg gesagt werden, dass sich dort die deutschlandweit größte Anbaufläche für frische Topfkräuter befindet. Die Gartenbauzentrale eG ist seit Anfang der 80er Jahre Marktführer im Verkauf jener Topfkräuter, ganze 85 Millionen sind es pro Jahr. Zu den marktführenden Gurkenhändlern zählt die Gartenbauzentrale eG übrigens auch.

10. Das Schloss Clemenswerth mit seinen zwei Besonderheiten

Weiterhin trifft man in Sögel auf die weltweit einzige erhaltene Jagdsternanlage Schloss Clemenswerth, deren Kapelle außerdem Deutschlands nördlichste Barockkapelle ist.

Das Emsland setzt Maßstäbe für Einzigartigkeiten und Rekorde, alles geballt auf kleinstem Raum. Das Emsland ist voller Kultur- und Natur- und Sprachschätze. ….Fortsetzung folgt.




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