Sprachen über Komorbidität, psychiatrischen Störungen und Sucht: (v. l.) Caritas-Fachambulanz-Leiterin Marion Feldmann und die Fachärzte Dr. Stefanie Houghangia und Markus Weiß. Foto: Caritas Emsland

Sprachen über Komorbidität, psychiatrischen Störungen und Sucht: (v. l.) Caritas-Fachambulanz-Leiterin Marion Feldmann und die Fachärzte Dr. Stefanie Houghangia und Markus Weiß. Foto: Caritas Emsland

Fachtagung zu psychiatrischen Störungen und Abhängigkeit in Lingen

Lingen. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Sucht- und psychiatrischen Erkrankungen? Was bedeutet dies für die Behandlung und Therapie? Wie können Selbsthilfegruppen damit umgehen? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der Fachtagung „Komorbidität und Sucht“ in der Caritas Beratungsstelle Lingen. Rund 30 Teilnehmende waren der Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sucht des Sozialpsychiatrischen Verbundes des Landkreis Emsland gefolgt. Es wurde deutlich: Der Umgang mit Menschen, die neben einer Abhängigkeit weitere Krankheitsbilder aufweisen, erfordert von allen Akteuren im Suchthilfesystem ein hohes Maß an Kompetenz und bedeutet vielfach eine Herausforderung.

Die Fachärzte Dr. Stefanie Houghangia (Leitende Ärztin Fachklinik Hase Ems) und Markus Weiß (Facharzt für Psychiatrie, Suchtmedizin, St. Vinzenz Hospital) betonten, dass etwa 30 bis 50 Prozent ihrer Patienten nicht nur substanz- oder verhaltensbezogen suchterkrankt seien, sondern zusätzliche Störungen auf dem Gebiet der psychiatrischen Diagnosen aufwiesen. Hierzu zählen insbesondere Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen oder Schizophrenie. Vor allem Depressionen seien weit verbreitet. Zugleich wiesen sie darauf hin, dass es oft vom Suchtmittel abhänge, welche psychiatrische Begleiterkrankung auftrete. Ihre Erfahrung: Beim Konsum illegaler Drogen wie Heroin, Kokain oder Cannabis ist die Gefahr, dass eine Psychose auftritt, höher.

In Kleingruppen kamen die Teilnehmenden mit den Fachreferenten ins Gespräch und diskutierten die Folgen dieser Erkenntnisse auf ihre Arbeit und den Umgang mit den Betroffenen. Im Emsland gibt es ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen den einzelnen Akteuren. „Ein wichtiges Gremium ist die Arbeitsgruppe Sucht, die gemeinsam Hilfeangebote weiterentwickelt und den Erfordernissen der Zeit anpasst“, betonte Marion Feldmann, Leiterin der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland. Auf der Fachtagung wurde deutlich, dass das Thema „Komorbidität und Sucht“ immer wichtiger wird.

Zur Arbeitsgruppe Sucht des Sozialpsychiatrischen Verbundes des Landkreis Emsland zählen die Selbsthilfegruppen Freundeskreis und Kreuzbund, die Fachambulanzen Sucht des Caritasverbandes und des Diakonischen Werkes, die Fachklinik Hase-Ems, der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises Emsland, das St. Vinzenz Hospital und das Haus Landrien.