Industrie im Süden des Emslands verliert an Schwung, IHK sieht keinen Aufschwung

Blick in eine Halle der Schwerindustrie
Symbolbild: Ant Rozetsky / Unsplash

Während im Raum Papenburg die Fabriken wieder mehr Aufträge melden, trübt sich die Stimmung in der Industrie im übrigen Emsland, in der Grafschaft Bentheim und in Osnabrück ein. Das zeigt die Konjunkturumfrage der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim für das dritte Quartal 2026, die die Kammer am Freitag, 9. Oktober, vorgestellt hat. Der Klimaindex der Industrie ist nach den Grafiken der IHK von gut 90 auf rund 84 Punkte gesunken.

Gesamtwirtschaft bleibt bei 86,4 Punkten stehen

Über alle Branchen hinweg verharrt der Index bei 86,4 Punkten, genau wie im Vorquartal. Ein Wert von 100 würde bedeuten, dass sich gute und schlechte Meldungen die Waage halten. Die Betriebe beurteilen ihre aktuelle Lage noch etwas schlechter als im Frühjahr, schauen aber minimal zuversichtlicher nach vorn. Trotzdem rechnen weiterhin mehr Firmen mit schlechteren als mit besseren Geschäften, der Saldo liegt bei minus 19. IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf sieht keinen nachhaltigen Aufschwung.

Zum Vergleich: Im Bezirk der IHK für Ostfriesland und Papenburg ist der Industrie-Index im selben Zeitraum von 79 auf 107 Punkte gestiegen, wie el-news berichtete.

Kaum noch Geld für neue Kapazitäten

Besonders auffällig ist, wofür die Unternehmen investieren. Nur 17 Prozent wollen ihre Kapazitäten ausbauen, so wenige wie noch nie seit Beginn der Erhebung 2011. Vor einem Jahr waren es 21 Prozent. Meist wird nur ersetzt, was verschlissen ist. Auch beim Personal halten sich die Firmen zurück: Der Beschäftigungssaldo liegt bei minus 16 Punkten, der Saldo der Investitionspläne bei minus 13. Einzig die Exporterwartungen sind mit plus neun Punkten leicht positiv.

Drei von vier Betrieben fürchten die Energiepreise

Als größtes Risiko nennen 77 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise, so viele wie seit Anfang 2023 nicht mehr. Dahinter folgen die Wirtschaftspolitik (65 Prozent), die Arbeitskosten (63 Prozent) und die Nachfrage im Inland (60 Prozent). Im Schnitt kreuzen die Betriebe 3,4 von acht möglichen Risiken an, deutlich mehr als im langjährigen Mittel von 2,8.

Bau hält sich, Handel bleibt Sorgenkind

Am besten stehen die Bauwirtschaft und die Dienstleister da. Der Handel bleibt der schwächste Bereich, auch wenn sich der Einzelhandel nach einem sehr schwachen Frühjahr spürbar erholt hat. Die IHK verlangt von der Politik, den angekündigten Reformkurs fortzusetzen und im Herbst für Entlastungen zu sorgen.

Weitere Auskünfte gibt Christian Weßling von der IHK unter Telefon 0541 353-135.

Quelle: IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

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