Barrierefrei bauen ohne Mehrkosten: Was Bauherren beim Harener Fachtag lernen konnten

Sieben Personen stehen vor einer Leinwand mit dem Titel des Fachtags Innovatives Wohnen
Von links: Kerstin Knoll (Seniorenstützpunkt), Wilfried Ripperda (Fachbereich Soziales), Moderatorin Angela Waschull, Paul Roosmann und Tanja Roosmann-Feier (ips), Peter Gebhardt und Klara Ewert (Kreisseniorenbeirat). Foto: Landkreis Emsland

Eine Schwelle, die beim Neubau gar nicht erst entsteht, muss später niemand teuer entfernen. Mit dieser Idee warb der Landkreis Emsland bei seinem Fachtag „Innovatives Wohnen“ in Haren (Ems) für vorausschauendes Bauen und für seine kostenlose Wohnberatung.

Lebenszyklushaus und kleine Lösungen

Tanja Roosmann-Feier stellte ein Lebenszyklushaus vor, bei dem tragende Außenwände mit versetzbaren Leichtbau-Innenwänden und einem eigenen Treppenhaus kombiniert werden. So lässt sich das Haus später einfacher und günstiger an neue Lebensumstände anpassen. Paul Roosmann von der ips Projekte GmbH warb dafür, Barrierefreiheit nicht nur als Thema für Rollstuhlfahrer zu sehen. Gute Lösungen seien oft klein und erleichterten Familien wie Älteren gleichermaßen den Alltag. Energieberater Markus Felix ergänzte: Wer ohnehin Fenster oder Haustür tauscht, kann dabei gleich Barrieren beseitigen.

Beratung auch für Bauwillige

Die ehrenamtliche Wohnberatung des Landkreises gibt es seit 2010. Sie ist kostenlos und steht nicht nur Hausbesitzern vor einem Umbau offen, sondern auch Bauwilligen, die ihre ersten Pläne prüfen lassen möchten. Kontakt: Seniorenstützpunkt Landkreis Emsland, Telefon 05931 44-1267, seniorenstuetzpunkt@emsland.de, weitere Infos unter www.emsland.de/wohnberatung.

Hintergrund: zu wenige seniorengerechte Wohnungen

Anlass für den Fachtag, den der Kreisseniorenbeirat angeregt hatte, ist eine Lücke auf dem Wohnungsmarkt. Im Emsland leben viele Menschen im Eigenheim, günstige altersgerechte Wohnungen sind knapp. Landrat Marc-André Burgdorf rief dazu auf, sich früh mit der eigenen Wohnsituation zu beschäftigen. In den Workshops wurde zudem deutlich, dass auch Nahversorgung, Ärzte und Busverbindungen darüber entscheiden, ob Menschen im Alter in ihrem Ort bleiben können.

Quelle: Landkreis Emsland

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