Ausbildung im Emsland: Bau und Elektro legen zu, Industriekaufleute verlieren

Mehr junge Leute im Emsland haben sich 2026 für eine Lehre auf dem Bau oder in der Elektrotechnik entschieden. Bei den kaufmännischen Berufen ging es dagegen abwärts. Das zeigt die Ausbildungsbilanz, die Arbeitsagentur, Kammern und Jobcenter für das Ausbildungsjahr 2025/2026 vorgelegt haben.
Gewerblich-technisch plus 42 Verträge
Laut IHK wurden im Emsland bis zum 30. September 23 neue Ausbildungsverträge mehr eingetragen als ein Jahr zuvor, ein Plus von 1,9 Prozent. Der Zuwachs kommt aus den gewerblich-technischen Berufen mit 42 zusätzlichen Verträgen, vor allem im Baugewerbe und in der Elektrotechnik. In den kaufmännischen Berufen gab es 19 Verträge weniger, besonders bei den Industriekaufleuten und im Handel.
In der Grafschaft Bentheim verlief es spiegelverkehrt. Kaufmännische Berufe legten um 35 Verträge zu, angeführt von Handel und Gastgewerbe. Gewerblich-technisch fehlen 33 Verträge, vor allem in der Metalltechnik. Unterm Strich stehen in der Grafschaft zwei Verträge mehr.
Zum Vergleich: In der gesamten IHK-Region einschließlich Osnabrück sank die Zahl der neuen Verträge um 3,5 Prozent auf 3.658, in ganz Niedersachsen um 6,5 Prozent. Am beliebtesten bleibt im Emsland und in der Grafschaft die Ausbildung zur Industriekauffrau oder zum Industriekaufmann.
Handwerk im Emsland leicht im Minus
Die Handwerkskammer zählte im Emsland 941 neue Lehrverträge, 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Grafschaft Bentheim waren es 298, ein Plus von 1,0 Prozent. Für den ganzen Kammerbezirk einschließlich Osnabrück meldet die Kammer 2.498 Verträge und damit 25 mehr als 2025.
Weniger Lehrstellen gemeldet
Bei der Agentur für Arbeit Nordhorn gingen 7,1 Prozent weniger Ausbildungsstellen ein als im Vorjahr, die Zahl der Bewerber sank um 2,3 Prozent. Unbesetzt blieben deutlich weniger Stellen als im Vorjahr, ein Rückgang um mehr als 61 Prozent. Agentur-Geschäftsführer Reinhard Greß ermuntert Betriebe, auch Jugendlichen ohne ideales Bewerberprofil eine Chance zu geben, und verweist auf Hilfen wie die Assistierte Ausbildung und die Einstiegsqualifizierung.
Das Jobcenter Emsland beobachtet, dass viele ausbildungsreife Jugendliche lieber noch weiter zur Schule gehen. Junge Geflüchtete wurden so häufig in Ausbildung vermittelt wie im Vorjahr. Wer noch einen Platz sucht, findet freie Lehrstellen unter anderem auf meine-ausbildung-in-niedersachsen.de und in der Jobsuche auf arbeitsagentur.de.
Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn, IHK und Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Jobcenter Emsland, Grafschafter Jobcenter


