EmslandNordhümmling

Warnung auch beim Blackout: Esterwegen steht für das neue Sirenennetz im Emsland

Collage: Projektbeteiligte vor einem Sirenenschaltschrank in Esterwegen, Schaltschrank mit Notstrom-Akkus, Schallhörner einer Mastsirene und der Sirenenmast mit Solarmodul
Abschlusstermin an der Mastsirene in Esterwegen. Fotos: Landkreis Emsland, Collage mit KI-Unterstützung erstellt

Fällt der Strom aus, kann die Sirene in Esterwegen noch bis zu 20 Tage lang warnen. Sie ist eine von 319 digitalen Sirenen, mit denen der Landkreis Emsland jetzt flächendeckend ausgestattet ist. Am 30. Oktober 2026 haben Landkreis, Kommunen und Hersteller den Abschluss des Ausbaus dort offiziell besiegelt.

14 Sirenen für den Nordhümmling

Die Samtgemeinde Nordhümmling hat 14 neue Anlagen bekommen und sie mit Fördergeld von Bund, Land und Landkreis vollständig finanziert. Die Sirene in Esterwegen ist an einem Mast montiert, damit sie weit zu hören ist, und leistet 600 Watt. Samtgemeindebürgermeister Jörg Schmedes hebt die neue Technik hervor: Durchsagen ließen sich passend zur Lage und zur Zielgruppe formulieren. Wie das geht, zeigte Thomas Aicher von der Herstellerfirma Safus: Über ein Funkgerät lassen sich Durchsagen direkt an der Sirene einsprechen.

Was die Sirenen sagen können

Neben dem Heulton haben alle Sirenen im Kreis 15 fertige Sprachdurchsagen gespeichert, zum Beispiel für Brände, Unwetter, verunreinigtes Trinkwasser und Stromausfälle. Bis Mitte 2027 sollen sie zusätzlich frei geschriebene Texte automatisch vorlesen können. Ausgelöst werden sie im Ernstfall von der Leitstelle Ems-Vechte, notfalls auch vor Ort. Ein zusätzliches Funkmodul soll dafür sorgen, dass das auch klappt, wenn der normale Übertragungsweg gestört ist.

Probealarm zweimal im Jahr

Wer die Sirenen hören will: Kreisweit getestet wird am zweiten Donnerstag im März, also als nächstes am 11. März 2027. Hinzu kommt der bundesweite Warntag am zweiten Donnerstag im September. Beim letzten Warntag am 10. September 2026 lösten 318 der 319 Sirenen im Emsland alle Signale ordnungsgemäß aus.

Rund 7,4 Millionen Euro hat das Netz gekostet. Etwa 3,4 Millionen kamen als Förderung von Bund und Land, rund eine Million vom Landkreis und rund drei Millionen Euro von den Städten und Gemeinden. Ausgeschrieben wurden nach Angaben des Landkreises 278 Sirenen in den Jahren 2022 und 2023 für rund 6,6 Millionen Euro und 42 weitere 2025 für rund 866.000 Euro. Zusammen wären das 320, der Landkreis spricht von insgesamt 319 Sirenen. Wir geben beide Zahlen so wieder, wie sie in der Mitteilung stehen.

Quelle: Landkreis Emsland

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