Lingen

Lingen: Wohnungstür eingetreten, Fernseher weg? Mann steht vor dem Schöffengericht

Ein Richterhammer liegt neben einem Buch vor dunklem Hintergrund
Symbolbild: Sasun Bughdaryan / Unsplash

Eine abgeschlossene Wohnungstür in Lingen soll er eingetreten und den Fernseher des Bewohners mitgenommen haben: Unter anderem deshalb steht ein Mann am Montag, 5. Oktober, vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen. Prozessbeginn ist um 10 Uhr in Saal Z 16.

Der Einbruch soll sich am 30. Dezember 2024 ereignet haben. Er ist der jüngste von mehreren Vorwürfen, die das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Drees in einem Verfahren verhandelt. Die Anklage reicht von Einbruchsdiebstahl und gewerbsmäßigem Diebstahl über Bedrohung und Sachbeschädigung bis zu Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Niedersächsische Polizei- und Ordnungsbehördengesetz.

Gewahrsam und Wegweisung im April 2024

Laut Anklage beschäftigte der Mann die Polizei schon im Frühjahr 2024. Am 23. April soll er seine Ex-Freundin in deren WG-Zimmer in Lingen aufgesucht und Geld verlangt haben. Als sie sich weigerte, soll er sie beschimpft und ihr Schläge angedroht haben. Etwa eine Stunde später sei er zurückgekehrt. Weil ihn niemand hereinließ, soll er zweimal gegen die Eingangstür getreten und dabei das Schloss beschädigt haben.

Die alarmierten Beamten forderten ihn auf, das Grundstück zu verlassen. Da er sich weigerte, nahmen sie ihn den Angaben zufolge bis zum nächsten Morgen in Gewahrsam und sprachen eine Wegweisung aus. Nach seiner Entlassung soll er trotzdem wieder an der Adresse erschienen sein.

Alarm im Supermarkt, Kokain bei der Kontrolle

Zehn Tage vor dem Vorfall in der WG, am 13. April 2024, soll er in einem Lingener Supermarkt mit einem Einkaufswagen voller Lebensmittel und Spirituosen den Ausgang passiert haben, ohne zu zahlen. Der Alarm schlug an, die Ware blieb im Laden. Die Anklage geht davon aus, dass er sich mit solchen Diebstählen eine dauerhafte Einnahmequelle schaffen wollte. Am 18. Juni 2024 schließlich sollen Polizisten bei einer Kontrolle in Osnabrück 0,3 Gramm Kokain bei ihm gefunden haben.

Wer zuschauen will, sollte vorher anrufen

Geladen sind sechs Zeugen und ein Sachverständiger. Die Sitzung ist öffentlich. Das Amtsgericht weist darauf hin, dass Verhandlungen mitunter kurzfristig aufgehoben oder verschoben werden. Ob der Termin stattfindet, erfahren Interessierte bei der Geschäftsstelle unter 0591 8049-314.

Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Quelle: Amtsgericht Lingen (Ems), Pressestelle

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