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Pflege zu Hause: Neues Modellprojekt startet im Emsland und der Grafschaft Bentheim

Wer im Emsland oder in der Grafschaft Bentheim einen Angehörigen zu Hause pflegt, soll künftig besser unterstützt werden: Zum 1. September ist in beiden Landkreisen ein neues „Gemeinsames Modellvorhaben“ für die Pflege gestartet – als erste Region in ganz Niedersachsen.

Nahaufnahme der gefalteten Hände einer älteren Frau, Symbolbild für Pflege und Angehörige
Symbolbild: Manny Becerra / Unsplash

Über die Hälfte wird von Angehörigen zu Hause gepflegt

Mehr als 11.000 pflegebedürftige Menschen leben in der Grafschaft Bentheim, im Emsland sind es 25.750 – und in beiden Landkreisen wird jeweils mehr als die Hälfte von ihnen ohne einen Pflegedienst zu Hause von Angehörigen versorgt. Genau für diese Familien soll das neue Modellvorhaben spürbar etwas ändern, wie die Landräte Uwe Fietzek und Marc-André Burgdorf erklären: „Gerade bei schwierigen Versorgungssituationen kommt es darauf an, dass die verschiedenen Akteurinnen und Akteure – etwa die Haus- und Facharztpraxen, die Krankenhäuser sowie die Sozialdienste, aber auch ehrenamtliche Unterstützungsangebote – gut zusammenarbeiten und die notwendige Unterstützung aus einer Hand koordiniert wird.“

Eine feste Ansprechperson für alle Fragen

Kern des Konzepts ist ein individuelles Casemanagement: Pflegebedürftige und ihre Familien bekommen eine feste Ansprechperson, die zwischen Ärzten, Pflegediensten, Krankenhäusern und Ehrenamt vermittelt. Ergänzt wird das durch eine neue Software für die Versorgungssteuerung und durch den gezielten Ausbau ehrenamtlicher Unterstützung in der Nachbarschaft – im Projekt „Connected Caring Communities“ genannt.

Rund 1,7 Millionen Euro Fördermittel

Für die Grafschaft Bentheim stehen rund 785.000 Euro an Fördermitteln von Land und Pflegekassen bereit, für das Emsland rund 946.000 Euro, zunächst bis Ende 2028 mit einer Option auf Verlängerung bis 2029. Grundlage ist eine Förderrichtlinie nach § 123 SGB XI, über die das Land und die Pflegekassen landesweit jährlich rund vier Millionen Euro für solche Projekte bereitstellen.

Fortsetzung des Projekts ReKo

Emsland und Grafschaft Bentheim sind hier keine Neulinge: Bereits 2019 war in beiden Kreisen das Projekt „Regionales Pflegekompetenzzentrum“ (ReKo) gestartet, initiiert von der Gesundheitsregion EUREGIO e. V. mit der Universität Osnabrück und der DAK Gesundheit. Es baute ein dezentrales Casemanagement an den Senioren- und Pflegestützpunkten auf und zeigte in der Auswertung deutlich gestiegene Beratungszahlen. Nach Ende der Förderung finanzierten die Kommunen die Strukturen zunächst selbst weiter – das neue Modellvorhaben führt sie nun zu einem Gesamtkonzept zusammen.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung / Landkreis Emsland / Landkreis Grafschaft Bentheim

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