Plus 3,2 Prozent bis 2045: Berlin-Institut sieht Emsland unter den Wachstumsregionen

Das Emsland gehört zu dem Drittel der deutschen Landkreise, deren Einwohnerzahl in den nächsten 20 Jahren stabil bleibt oder sogar wächst. Das zeigt die aktuelle Studie „Die demografische Lage der Nation“, für die das Berlin-Institut und die Wüstenrot Stiftung alle 400 Kreise und kreisfreien Städte untersucht haben.
Zuwanderung gleicht Sterbeüberschuss aus
Bis 2045 rechnet die Studie für den Landkreis mit 3,2 Prozent mehr Einwohnern als 2024. Bundesweit ist das Rang 65. Zum Vergleich: Für Deutschland erwarten die Forscher ein Minus von 2,2 Prozent, für Niedersachsen von 2,5 Prozent. Getragen wird das Wachstum im Emsland vom Zuzug, denn auch hier sterben mehr Menschen, als Kinder zur Welt kommen.
Im oberen Viertel der Zukunftsfähigkeit
In die Bewertung der Zukunftsfähigkeit fließen 26 Kennzahlen aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen ein. Das Emsland kommt dabei nach Angaben des Landkreises auf die Note 3,1, der Median aller Kreise liegt bei 3,49. Das reicht für Platz 94 von 400.
Die Kehrseite: Alterung und Strukturwandel
Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 67 Jahren wird laut Prognose um rund 2,8 Prozent schrumpfen. Die Zahl der über 67-Jährigen wächst dagegen um etwa 38,3 Prozent, einer der stärksten Anstiege bundesweit (Rang 13). Hinzu kommt, dass die Emsländer Wirtschaft Handelsabhängigkeit, Automatisierung und Dekarbonisierung vergleichsweise stark zu spüren bekommt. Landrat Marc-André Burgdorf wertet die gute Ausgangslage deshalb nicht als Ruhekissen: Entscheidend seien Innovation, Qualifizierung und die Fähigkeit, die wirtschaftlichen Stärken weiterzuentwickeln.
Quelle: Landkreis Emsland


