Meppen

Meppen: Umweltausschuss holt Moorbrand-Bericht der Bundeswehr am 27. Oktober nach

Moorlandschaft mit Gräsern und offenen Wasserflächen
Symbolbild: Hanna Lazar / Unsplash

Acht Jahre nach dem Moorbrand auf dem Erprobungsgelände der WTD 91 will die Emsländer Kreispolitik von der Bundeswehr selbst hören, wie es um das Moor steht. Dazu tagt am Dienstag, 27. Oktober, um 15 Uhr der Ausschuss für Umwelt und Natur im Sitzungssaal des Kreishauses I in Meppen. Die Sitzung ist öffentlich.

Ein Nachholtermin kurz vor Ende der Wahlperiode

Ende August hatte das Umweltamt der Bundeswehr, das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), seinen angekündigten Bericht kurzfristig abgesagt. Der Ausschuss beschloss daraufhin einstimmig, das Amt bis zum 31. Oktober erneut einzuladen. An diesem Tag endet die Wahlperiode des Kreistags, und die bisherigen Ausschussmitglieder wollen ihre Fragen noch selbst loswerden.

Ärger um das Ende des Arbeitskreises

Seit dem Brand hatten sich Bundeswehr, Landesbehörden, Landkreis und NABU in einem gemeinsamen Arbeitskreis über die Folgen für die Natur ausgetauscht. Nach der neunten Sitzung im Juni 2026 erklärte die Bundeswehr dessen Auftrag für erfüllt. Im Ausschuss stieß das auf Kritik. Die SPD möchte zumindest das Protokoll der letzten Sitzung sehen, der Landkreis hat zugesagt, es beim Bund anzufordern. Kreisbaurat Dr. Michael Kiehl betonte, wichtiger als jedes Gremium sei, dass der Landkreis bei den weiteren Maßnahmen eingebunden bleibt.

Wiedervernässung in Etappen

Geplant ist, den Moorkörper im Naturschutzgebiet „Tinner Dose-Sprakeler Heide“ nasser zu machen, auch als natürlichen Brandschutz. Zunächst geht es um rund 250 Hektar in den höchsten Lagen des Moores, wofür 20 Grabenverschlüsse empfohlen werden. Schwierig bleibt die Munition im Boden: Etwa 3.000 Hektar sind geräumt, ganz frei von Kampfmitteln wird das Gelände nicht.

Die Natur erholt sich trotzdem. Torfmoose breiten sich aus, und 2026 wurden bis Juni 70 Vogelarten auf dem Gelände nachgewiesen, darunter Kranich, Ziegenmelker und mehr als 100 Blaukehlchen-Reviere.

Fragen aus der Bevölkerung

Gegen 16 Uhr ist bei Bedarf eine Einwohnerfragestunde vorgesehen. Dort können Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Fragen zu Kreisangelegenheiten stellen, eine Diskussion findet nicht statt.

Quelle: Landkreis Emsland

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