Emsbüren

Schleuse Gleesen in Emsbüren offiziell eröffnet

Die neue Schleuse Gleesen am Dortmund-Ems-Kanal bei der Inbetriebnahme
Die neue Schleuse Gleesen ist länger als ein Fußballfeld.

In Gleesen, einem Ortsteil von Emsbüren, ist seit dem 14. September 2026 eine neue Schleuse in Betrieb. Sie ersetzt eine rund 100 Jahre alte Anlage am Dortmund-Ems-Kanal und ist der erste von fünf geplanten Ersatzneubauten auf der Kanal-Nordstrecke.

Größere Schiffe können jetzt durchfahren

Mit 140 Metern Länge und 12,5 Metern Breite ist die neue Schleusenkammer für übergroße Großmotorgüterschiffe (üGMS) ausgelegt – deutlich mehr Platz als die alte Anlage bot. Ein zusätzliches Sparbecken nördlich der Kammer reduziert dabei den Wasserverbrauch je Schleusung.

Sechs Schleusen zwischen Gleesen und Rheine

Gleesen ist Teil der sogenannten Schleusentreppe Rheine: Auf rund 29 Kilometern überwinden sechs Schleusen einen Höhenunterschied von etwa 29 Metern – neben Gleesen sind das Bevergern, Rodde, Altenrheine, Venhaus und Hesselte. Altenrheine wurde bereits 1974 modernisiert, die übrigen Anlagen folgen noch. Landrat Marc-André Burgdorf kündigte an, dass die beiden niedersächsischen Schleusen in Hesselte und Venhaus nun in einem beschleunigten Verfahren früher gebaut werden sollen: „Mit der jetzt fertiggestellten Schleuse Gleesen erreichen wir ein wichtiges Zwischenziel bei der verbesserten Durchgängigkeit der DEK-Nordstrecke.“ Allein für die Planungskosten hat der Landkreis Emsland in den vergangenen zehn Jahren rund 3,6 Millionen Euro aufgewendet.

Weniger Lkw, mehr Schiffsverkehr

Bis 2030 wird für den Streckenabschnitt eine jährliche Transportmenge von rund 4,4 Millionen Tonnen erwartet. Ein Binnenschiff mit 3.000 Tonnen Tragfähigkeit kann dabei bis zu 150 Lkw ersetzen – ein spürbarer Effekt für Lärm, Emissionen und Verkehr auf den Straßen der Region. GDWS-Präsidentin Anke Leue: „Da die Schleuse nun länger als ein Fußballfeld ist, bedeutet das für die Region, Unternehmen können künftig auch mit modernen Großschiffen verlässlich durchfahren. Das stärkt die Wasserstraße als Transportweg für unter anderem Erdöl, Massengüter und Container.“

Zusammen mit dem Mittellandkanal bildet der Dortmund-Ems-Kanal eine zentrale West-Ost-Verbindung im deutschen Wasserstraßennetz und verbindet die Stromgebiete von Weser, Elbe und Oder sowie die Seehäfen an Nord- und Ostsee mit dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene.

Quelle: Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

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