Nordhorn

Feldgrillen zirpen wieder im Naturschutzgebiet Tillenberge bei Nordhorn

Tierpark-Mitarbeiterin Anne Linow bringt Feldgrillen im Naturschutzgebiet Tillenberge aus
Foto: Franz Frieling

Im Naturschutzgebiet Tillenberge bei Nordhorn zirpt es wieder: Der Tierpark Nordhorn hat dort bereits zum dritten Mal Feldgrillen ausgewildert, und die kleinen Heuschrecken haben sich inzwischen nachweislich selbst fortgepflanzt.

Fast verschwundene Art im Nordwesten

Die Feldgrille gilt im Nordwesten Deutschlands als vom Aussterben bedroht. „Südlich des Mains kennt vermutlich jeder das Zirpen, den prägnanten Gesang der Männchen. Hier oben ist er so gut wie verschwunden“, sagt Dr. Dirk Wewers, Kurator des Tierparks Nordhorn. Weil die flugunfähigen Tiere verlorene Gebiete nicht von selbst zurückerobern können, fehlte die Feldgrille in der eigentlich geeigneten Heide der Tillenberge bis vor zwei Jahren komplett.

Feldgrillen kurz vor der Auswilderung im Naturschutzgebiet Tillenberge
Foto: Franz Frieling

700 bis 750 Nymphen in diesem Jahr ausgebracht

Eine Lebensraumanalyse der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim und der Ökologischen Station Grafschaft Bentheim/Emsland bestätigte die Heide als typischen Lebensraum der Art. Seit der ersten Auswilderung 2024 und einer weiteren 2025 wurden in diesem Jahr zwischen 700 und 750 im Tierpark gezüchtete Nymphen ausgebracht, maßgeblich betreut von Tierpark-Mitarbeiterin Anne Linow. Läuft alles wie erhofft, entsteht in den Tillenbergen eine sich selbst erhaltende Population.

Tierpark betreut 170 Hektar Lebensräume

Der Tierpark Nordhorn engagiert sich als regionales Arten- und Naturschutzzentrum im Artenschutz und betreut rund 170 Hektar schützenswerte Flächen wie Hochmoor, Hutewald und Wacholderheiden. Die Feldgrille soll dort künftig auch anderen seltenen Arten wie Eidechsen und Vögeln als Nahrung dienen. Die Nachhaltigkeit des Projekts wird in den kommenden Jahren wissenschaftlich weiter begleitet.

Quelle: Tierpark Nordhorn

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