Zwei von drei halten die Straßen und Wege vor der eigenen Haustür für schlecht

67 Prozent der Deutschen halten den Zustand von Straßen, Rad- und Gehwegen an ihrem eigenen Wohnort für eher schlecht oder sehr schlecht.
Das geht aus der „TÜV Mobility Studie 2026“ hervor, für die das Institut Forsa 2.504 Menschen ab 18 Jahren befragt hat. Jeder Zweite hält die Verfügbarkeit von Radwegen für unzureichend, fast ebenso viele die von Parkplätzen. 47 Prozent bemängeln das Nahverkehrsangebot.
Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung kommen zu kurz
Deutlicher fällt das Urteil bei der Frage aus, wessen Bedürfnisse bei der Verkehrsplanung berücksichtigt werden. 74 Prozent finden, dass die Belange von Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu wenig Beachtung finden. Jeweils 67 Prozent sagen das über Menschen ab 75 Jahren und über Schulkinder, die allein unterwegs sind.
Bei den Maßnahmen für mehr Sicherheit steht ein Punkt ganz oben, der in vielen Kommunen kaum diskutiert wird: Die Instandhaltung der Gehwege im Winter halten 90 Prozent für wichtig oder sehr wichtig, bei den Radwegen sind es 86 Prozent. Es folgen barrierefreie Infrastruktur (84 Prozent), vom Autoverkehr getrennte Radwege (81 Prozent) und mehr sichere Überwege (79 Prozent).
Ohne Auto geht auf dem Land fast nichts
Dass die Wege so wichtig sind, hat einen einfachen Grund: Alternativen fehlen. In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern nutzen 96 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche ein Auto. Beim Nahverkehr sind es in Orten unter 100.000 Einwohnern nur 8 bis 12 Prozent, in Metropolen dagegen 47 Prozent. Das E-Bike ist in kleinen Orten mit 18 Prozent überdurchschnittlich verbreitet.
Entsprechend eindeutig fällt der Wunsch aus: 92 Prozent sprechen sich für einen Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen aus – der höchste Zustimmungswert der gesamten Studie. 83 Prozent wollen sichere Radwege und Abstellplätze.
Beim Antrieb steht es fast unentschieden
Beim nächsten Autokauf würden je 25 Prozent ein reines Elektroauto oder einen Hybrid bevorzugen, 4 Prozent Wasserstoff und 35 Prozent einen Verbrenner. Gegen das E-Auto sprechen aus Sicht der Befragten der Preis (57 Prozent), die Reichweite (52 Prozent) und fehlende Ladepunkte (50 Prozent). Wer bereits elektrisch fährt, nennt vor allem die geringere Reichweite im Winter (61 Prozent).
Quelle: TÜV-Verband e. V., „TÜV Mobility Studie 2026“. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 2.504 Personen ab 18 Jahren, durchgeführt vom 19. März bis 10. April 2026.


