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„Sportverein neu denken. Gemeinsam Zukunft gestalten“

Online-Workshop des Kreissportbundes zeigt Vereinen Weg aus der Krise

„Ich sehe was, was Du nicht siehst…“

Dieses beliebte Kinderspiel könnte Pate gestanden haben für den Online-Workshop des Kreissportbundes Emsland für seine Mitgliedsvereine und deren Funktioner.

Denn dass vier Augen bekanntlich mehr sehen können als zwei, dürfte jedem klar sein, und so war es bei einer digitalen Rekordbeteiligung von rund fünfzig Vertretern aus Verein, Fachverband und Präsidium des Kreissportbundes Emsland nicht weiter verwunderlich, dass schon nach ganz kurzer Zeit zahlreiche so genannte „Best Practice Beispiele“ die Runde machten.

Beispiele, die Sportvereinen helfen können, Wege aus dem pandemiebedingten Lockdown zu finden, umso auch weiterhin für die Mitglieder attraktiv zu bleiben.

Doch der Reihe nach:

Vor gut zwei Wochen lief die Mitgliederbestandsmeldung der Sportvereine im Bereich des Kreissportbundes ab. Was sich andeutete, war ein Mitgliederrückgang in den Sportvereinen, da aufgrund der Corona-Situation nur sehr eingeschränkt Sport möglich war.

Dieser erwartete Rückgang fiel zwar im Vergleich zum Verlust von Mitgliedern auf Landesebene vergleichsweise gering aus und durfte eher als Stagnation gesehen werden, dennoch dürfe man sich nicht auf seine Erfolge und dem nochmal davongekommenen blauen Auge ausruhen.

Wie KSB-Präsident Michael Koop betonte, gebe es in den nächsten Jahren durch den demographischen Wandel, durch eine sich verändernde Lebens- und Arbeitswelt, aber auch durch ständig wechselnde Interessen für die Vereine eine Mammutaufgabe zu bewältigen, die nur dann gelingen könne, wenn Sportvereine sich „neu denken“ würden.

Man könne einen Prozess der Veränderung nicht aufhalten, man habe aber die Gelegenheit, ihn in seine Arbeit miteinzubinden, war sich der KSB-Präsident sicher, gemeinsam mit den Vereinen Lösungen zu finden.

„Den Trend des Mitgliederwandels gab es schon vorher“

bemerkte auch KSB-Vizepräsident Willi Fenslage, „er wurde jedoch durch die Corona-Krise verstärkt und auch vorgezogen“. Der Kreissportbund böte hier sehr umfangreiche Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung. In die gleiche Kerbe stießen auch Koops Stellvertreter Inga-Christin Fatmann und Harald Kuhr.

„Die aktuelle Situation zeigt uns, dass wir unbedingt in einen koordinierten Austausch von Ideen einsteigen müssen. Nur so ist es möglich, Ressourcen zu bündeln und voneinander zu lernen.“

Der KSB Emsland habe daher bewusst das Gespräch mit den Vereinsvertretern gesucht, da diese über detaillierte Kenntnisse der Situation vor Ort verfügten, viele Dinge bereits andiskutiert oder umgesetzt hätten, Erfolge feiern konnten oder manchmal auch nicht so recht weiterkamen.

Wie Michael Koop mitteilte, wolle gerade auch der Kreissportbund, der sich als Dienstleister für seine Vereine sehe, wissen, wo vor Ort der Schuh drücke. Es mache wenig Sinn, etwas von oben zu verordnen, was unten nicht umgesetzt werden könne.

Die mit dem Online-Workshop erzeugte Dialogform machte deutlich, wie breit das zu behandelnde Leistungsspektrum dabei sein kann. So wurden Möglichkeiten der finanziellen und ideellen Vereinsförderung ebenso erfragt, wie der Umgang mit der Kontaktbeschränkung in Sportvereinen zu neuen Herausforderungen führte. Dabei wurde deutlich, dass hier alle voneinander lernen könnten.

Die Bildung einer KSB-Präsidiumsarbeitsgruppe war insofern nicht nur folgerichtig, sondern wurde von den örtlichen Vereinsvertretern bereits mit der konkreten Aufgabe versehen, bis zum nächsten Workshop beispielhaft Sportaktivitäten zu sammeln und den Vereinen via Mail oder Homepagebutton zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus werde man erfolgreiche Beispiele der Mitgliederwerbung anderer Vereine und Fachverbände zusammentragen, um so ein emsländisches „Mitgliedermodell“ zu gestalten.

KSB-Präsident Koop zeigte sich sehr zuversichtlich, dass man nach Abschluss der Mitgliederwerbeaktion nicht nur Sportvereine habe, die sich neu erfunden hätten und mit großem Engagement aus der Corona-Pandemie herausgingen, sondern ebenfalls dazu beitragen könnten, dass es im Kreissportbund möglich sei das 125.000 Mitglied begrüßen zu können.

Seien wir gespannt. Rund 117.000 Mitgliedschaften stehen im Moment zu Buche.

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