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Wasserstoff bietet Zukunftschancen für das Emsland

IHK-Regionalausschuss tagte in Lingen

„Wasserstoff bietet der Wirtschaft viele Zukunftschancen. Rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen können Hersteller von Maschinen und Anlagen ganz neue Geschäftsfelder entwickeln.“

Dies erklärte Matthias Hopster, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landkreis Emsland, im Anschluss an die Sitzung des Gremiums in Halle IV in Lingen. Mehrere Projekte im Emsland sorgten dafür, dass die Zukunftstechnologie auch für die hiesige Region große Möglichkeiten biete.

Dr. Tim Husmann, Leiter der Geschäftsstelle der H2-Region Emsland, berichtete über die Vernetzung der Wasserstoff-Akteure im Emsland. Diese werde durch das Netzwerk „H2-Region“ ermöglicht, das von Landkreis Emsland und Stadt Lingen getragen werde. In diesem Zusammenschluss seien regionale Industrieunternehmen, kleine und mittlere regionale Betriebe aus anderem Bereichen sowie wissenschaftliche Einrichtungen wie die Technische Universität Clausthal organisiert. Die Teilnehmer setzten sich gemeinsam für eine nachhaltige Energiewirtschaft mit sogenanntem „grünem Wasserstoff“ – also Wasserstoff, der durch Wasserspaltung aus erneuerbaren Energien gewonnen wird – und den Strukturwandel in der Energieregion Emsland ein.

Hierzu wurden verschiedene Anwendungsprojekte vorgestellt

So erläuterte Hans-Martin Gall, Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen GmbH, wie im Rahmen des Projekts „GET H2“ Abwärmenutzung aus der Elektrolyse für eine Wärmeversorgung der Innenstadt in Lingen möglich werde.

Jens Mehrkens von der H&R Chemisch Pharmazeutische Spezialitäten GmbH stellte das Projekt CO2NVERSION vor. Damit möchte das Unternehmen biogenes CO2 aus dem Rauchgas einer lokalen Müllverbrennungsanlage abtrennen. Dieses könne dann über eine Verflüssigungs- und Verladeanlage als Plattformchemikalie anderen Wirtschaftszweigen zugänglich gemacht werden.

Darüber hinaus möchte das Unternehmen eine Infrastruktur zur Übernahme von grünem Wasserstoff herstellen und so erneuerbare Energien in die bestehende Prozesskette integrieren und auch durch Verlademöglichkeiten regionale Kunden versorgen zu können. Eine weitere Möglichkeit bestehe auch darin einen Teil des CO2 mit dem grünen Wasserstoff durch einen Projektpartner zu klimaneutralem Methan zu verarbeiten und dieses z.B. in Erdgasnetze einzuspeisen und somit erneuerbare Energie puffern zu können bzw. Sektoren miteinander zu koppeln.

Die Referenten waren sich einig, dass Politik die von ihr gewollte Wasserstoffnutzung in der Wirtschaft aktiv unterstützen müsse. „Die Bundesregierung hat mit der Nationalen Wasserstoffstrategie einen Handlungsrahmen für die künftige Erzeugung, den Transport, die Nutzung und Weiterverwendung von Wasserstoff geschaffen“, erklärte Dr. Husmann.

Notwendig sei aber ein funktionierender Markt, auf dem klimaneutral produzierter Wasserstoff als sicheres Produkt gehandelt wird. „Außerdem müssen die Produktionskosten für Wasserstoff aus Ökostrom hierzulande sinken“, ergänzten Gall und Mehrkens. Möglichkeiten dazu gebe es genug, etwa durch eine Befreiung grünen Wasserstoffs von der EEG-Umlage.

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Regionalausschuss Landkreis Emsland trifft sich dreimal jährlich. Seine Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.

Weitere Informationen: IHK, Frank Hesse, Tel.: 0541 353-110 oder E-Mail: hesse@osnabrueck.ihk.de

Herausgeber:

Industrie- und Handelskammer
Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

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